Themenjahr: "Was ist gutes Sterben"?


 Am 24. März haben der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN), der Hospiz- und Pallilativverband Niedersachsen (HPVN) sowie die Hospizstiftung (HSN) das Themenjahr " Was ist gutes Sterben"? eröffnet.

Gutes Sterben ist ein individuelles und politisches Thema," es betrifft jeden von uns"- früher oder später. Darum möchten die Initiatoren einen Gesprächsraum schaffen, um dieses Thema persönlich und öffentlich zu diskutieren. Auf die Frage gibt es wahrscheinlich so viele Antworten wie es Menschen gibt.

Im Rahmen des Themenjahres führte der Landesstützpunkt im März ein Vernetzungstreffen durch. Gemeinsam wurde darüber diskutiert, was " gutes Sterben" für jeden persönlich heißt.

Am häufigsten wurden dabei folgende Schlagworte genannt:

 

- innerer Frieden

- Zuwendung

- füreinander da sein

- Sterben als selbsbestimmter Prozess

- Schmerz- und Symtomfreiheit

- Loslassen können

- nicht alleine gelassen werden

- Ruhe finden

- den Tod annehmen

- Würde und Selbstbestimmung

 

Inwieweit beschäftigen sich die Hospizdienste mit  dieser Frage ganz offensiv und wie sehen sie sich mit ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit zu diesem Thema vertreten?

Sind Sie aktuelle Botschafter für diese Themen?

Derzeit kämpfen viele Hospizdienste darum, den "eigenen Laden" am Laufen zu halten, die aufgrund der Pandemie wenigen Begleitungen sicherzustellen und den Kontakt zum Ehrenamt nicht abreißen zu lassen. Da liegt die Vermutung nahe, das für die Beantwortung der Frage nach dem" guten Sterben "aktuell nur wenig Zeit bleibt und die mediale Berichterstattung mit den Corona- Themen nur wenig Spielraum lässt, die eigenen hospizlichen Themen in der Öffentlichkeit zu plazieren.

Andererseits scheint das Interesse der Gesellschaft an den Themen Sterben, Tod und Trauer gerade in den Zeiten der Pandemie gestiegen zu sein.

Spüren Sie selbst einmal dieser Frage nach.

Es ist wichtig, Haltung zu dieser  Frage zu beziehen  und auch damit an die Öffentlichkeit zu gehen um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

 

 


Das rosa Tütchen

 

 Vor einiger Zeit saß ich traurig im Park auf einer Bank. Ich dachte über vieles nach, was in meinem Leben schief läuft, als sich ein fröhliches

Mädchen zu mir setzte.
Es fragte: „Warum bist Du so traurig?“
„Ach“ sagte ich, „ich habe keine Freude am Leben. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief. Ich habe kein Glück und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll.“
„Hmmmm“ meinte das Mädchen, „wo hast Du denn Dein rosa Tütchen? Zeig es mir mal. Ich möchte da mal reinschauen.“
„Was für ein rosa Tütchen?“ fragte ich verwundert.
„Ich habe nur ein schwarzes Tütchen.“ Wortlos reichte ich es ihm.
Vorsichtig öffnete es mit seinen zarten kleinen Fingern den Verschluss und sah in mein schwarzes Tütchen hinein. Ich bemerkte, wie es erschrak „Es ist voller Alpträume, voller Unglück und voller schlimmer Erlebnisse!“
„Was soll ich machen? Es ist halt so. Daran kann man nichts ändern.“
„Hier nimm!“ meinte das Mädchen und reichte mir ein rosa Tütchen. „Sieh hinein!“
Ich öffnete das rosa Tütchen und konnte sehen, dass es voll war mit Erinnerungen an schöne Momente des Lebens. „Wo ist Dein schwarzes Tütchen?“ fragte ich neugierig.
„Das werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht weiter darum.“ sagte es.
Für mich besteht der Sinn des Lebens darin, mein rosa Tütchen voll zu bekommen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein. Und immer, wenn ich Lust dazu habe oder ich beginne, traurig zu werden, dann öffne ich mein rosa Tütchen und schaue hinein. Dann gehts mir sofort besser.
Wenn ich mal alt bin, dann habe ich immer noch mein rosa Tütchen. Es wird voll sein bis obenhin und ich kann sagen, ja, ich hatte ein schönes Leben.“
Noch während ich verwundert über ihre Worte nachdachte, gab es mir einen Kuss auf die Wange und war verschwunden.
Neben mir auf der Bank lag ein rosa Tütchen.
Ich öffnete es zaghaft und warf einen Blick hinein. Es war fast leer, bis auf einen kleinen zärtlichen Kuss, den ich von einem kleinen Mädchen erhalten hatte.
Mein schwarzes Tütchen warf ich in den nächsten Papierkorb.

 



Neuer Vorereitungskurs

Mit Sterben und Tod leben lernen   -   Neuer Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche

Voraussichtlich ab September diesen Jahres bietet der Ambulante Hospizdienst Sulingen und UMZU in Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospizdienst Syke einen neuen Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleitung an.

Der Kurs bietet die Möglichkeit, sich mit Fragen um das Thema Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Welche Vorstellungen haben andere Menschen, insbesondere meine Familie und Freunde, wenn es ums Sterben geht? Wie lässt sich diese Phase gut gestalten und begleiten?

Begleitung, Beratung und Unterstützung von Menschen in der letzten Phase ihres Lebens ist zu einem wichtigen, gesellschaftlichen Anliegen geworden.

Seit mehr als 30 Jahren nimmt sich die Hospizbewegung der Sorgen und Ängste rund um das Sterben an und bietet Hilfestellung , um möglichst viel Lebensqualität bis zum Tod zu ermöglichen.

In ehrenamtlichen Sterbebegleiter/*findet man einen Ansprechpartner mit einem offenen Ohr für Fragen und Ängste, die in dieser Situation bedrückend werden können und die oft im eigenen Umfeld nicht angesprochen werden..

Wir möchten allen Interessierten Mut machen, sich dem Thema zu öffnen.

Der Kurs richtet sich an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und die über dieses Thema nachdenken, die Fragen stellen, die Rat und Informationen suchen sowie sich die Begleitung Sterbender vorstellen können. Fast jeder hat schon einmal mit schweren Erkrankungen, Sterben, Tod und Trauer Erfahrungen machen müssen. Für den einen oder anderen sind sicher auch noch einige Fragen offengeblieben, sie haben sich hilflos und unsicher gefühlt.

Der Kurs ist folgendermaßen aufgebaut:

 Im Grundkurs steht das Kennenlernen des hospizlichen Denkens und Handelns im Mittelpunkt. Weitere Schwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen in Bezug auf Abschied, Trennung, Sterben und Tod und die Kommunikation mit Schwerkranken, Sterbenden und Zugehörigen.

Es folgt ein praktischer Einsatz  ,in dem die Teilnehmer einen Schwerstkranken begleiten, unterstützt von den Multiplikatoren und den Koordinatorinnen.

Im Vertiefungskurs gibt es einen intensiven Austausch über die Erfahrungen des Praxiseinsatzes, die professionell aufgearbeitet werden. Darüber hinaus werden Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Sterbe- und Trauerkultur bearbeitet.

 

Der Qualifizierungskurs wird geleitet von Mitgliedern der Hospizdienste Sulingen und Syke, die langjährige Erfahrungen in der Hospiz- und Ausbildungstätigkeit haben.

Die Teilnahme ist unter der Voraussetzung der Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit in einem Hospizdienst kostenfrei.

Die Maßnahme ist jedoch auch offen für Menschen, die sich  anderweitig aktiv in der Hospizarbeit engagieren oder aus Eigeninteresse mit der Thematik auseinandersetzen möchten, dann beträgt die Kursgebühr einmalig 300 Euro.

Vor Kursbeginn werden alle Teilnehmer zu einem persönlichen Gespräch geladen.

Während der gesamten Kursdauer ist eine kontinuierliche Teilnahme und Mitarbeit verpflichtend.

Mit Erhalt des Zertifikats am Ende der Qualifizierung werden sie befähigt, als ehrenamtliche/r Hospizbegleiter/in bei einem ambulanten Hospizdienst tätig zu werden.

 

So unterschiedlich Menschen sind, ihre Lebensweise,

ihre Wünsche und Hoffnungen,

ihr Charakter - eine Gemeinsamkeit teilen wir alle:

Wir werden sterben.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf wenn Sie mehr Informationen benötigen.

Patricia von Bodecker:        04273/8214

Dieter Stamme :                     04271/5939

Ulla Klare-Gockeln:              04272/94061

Büro:                                      04271/9554500