Was gibt's neues?

Aktuelles aus unserem Hospizdienst.


Behutsame Schritte in eine "neue Normalität"

Die Zeit des Sterbens ist eine Zeit des Lebens, das Wertvollste, was Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt bleibt.

 

Die Begleitung von schwererkrankten Menschen und ihrer Angehörigen lebt von der persönlichen Nähe und Begegnung - genau diese Nähe ist nun gerade sehr eingeschränkt möglich.

Die Lockerung der Corona - Regeln  erlauben es uns, Schritt für Schritt unsere Begleitungen wieder aufzunehmen -

zunächst noch eingeschränkt und unter Einhaltung der hygienischen Vorgaben.

In den Pflegeeinrichtungen sind Begleitungen  nach vorheriger Absprache und Anmeldung und unter Einhaltung der jeweils vorgegebenden

hygienischen Maßnahmen möglich.

 

Kontaktieren Sie uns gerne.

 

 


Trauercafe des Ambulanten Hospizdienstes auch im Juli noch geschlossen

Im Abstand von 4 Wochen findet in den Räumen des DRK Sulingen - Südstrasse ein von den Ehrenamtlichen des ambulanten Hospizdienstes geleitetes Trauercafe statt.

Leider stehen uns die Räume dort aufgrund der Coronapandemie noch nicht wieder zur Verfügung.

Das Trauercafe ist ein offenes Angebot für Trauernde,

- die im Austausch mit gleichen oder ähnlich Betroffenen Trost und Kraft für den eigenen Weg finden möchten

- ungezwungen in einem geschützten Raum dürfen Sie erzählen,zuhören,schweigen und Gefühle zulassen

- den Kontakt zu anderen suchen und ihre Erfahrungen miteinander teilen

- einfach nur da sein ( unabhängig jeder Konfession)

Unsere Aufgabe sehen wir darin, als Gesprächspartner präsent zu sein.

Bei Kaffee und Kuchen dürfen Sie so sein, wie Sie sich gerade fühlen, sie können erfahren, dass sich " Lasten" vielleicht gemeinsam leichter tragen lassen.

Trauernde, die bisher  teilgenommen haben und in dieser Zeit eine telefonische Begleitung oder Austausch wünschen, können sich bei der Koordinatorin Elke Borghorst melden.

Die Kontaktdaten werden dann an die ehrenamtlichen Gruppenleiter weitergegeben.

Selbstverständlich können sich auch Trauernde melden, die bisher noch nicht im Kontakt mit dem Taruercafe standen, nun aber über den Verlust eines lieben Menschen sprechen möchten und Unterstützung benötigen.

Wir freuen uns schon und hoffen, möglichst bald wieder "persönlich" mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

Bleiben Sie gesund

Telefon: 04271 9554500

 

 


Trotz Corona für sterbende da

Die Hospizdienste im Landkreis Diepholz begleiten und unterstützen schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige auch jetzt. Auch nach den aktuellen Lockerungen gelten auf Grund der Corona- Pandemie noch immer stark einschränkende Kontakt- und Besuchsregeln. Das trifft auch die Hospizdienste.

 Silke Meier-_Sudmann , Koordinatorin des Malteser Hospizdienstes Twistringen : " Dennoch sind wir für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen da. In den letzten Wochen war das nicht immer im direkten Kontakt möglich und wir haben auf E-Mails, Video - Telefonie und die gute alte Postkarte zurückgegriffen."

Ganz grundsätzlich sind seit Ausbruch der Corona- Pandemie die Anfragen nach hospizlicher Begleitung und Unterstützung aber sehr zurückgegangen. "Das bereitet uns Sorge", so Silke Meier - Sudmann.

" Denn schwerstkranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten ,dafür sind wir von den Hospizdiensten im Landkreis Diepholz seit vielen Jahren ( manche bereits seit 25 Jahren) da."

Die aktuelle Situation stehe im Gegensatz zur Grundüberzeugung der Hospizbewegung, nämlich dass niemand alleine sterben muss, sondern begleitet von Mitmenschen.

 " Und auch unsere Ehrenamtlichen wünschen sich, die Betroffenen wieder direkt begleiten zu können, sei es im eigenen Zuhause, aber auch im Krankenhaus und im Pflegeheim", so Elke Borghorst (Hospizdienst Sulingen).

Voraussetzung hierfür ist, dass im Pflegeheim und im Krankenhaus die für eine Lockerung der Kontaktbeschränkung notwendigen und damit einer Vereinsamung und Isolation der Betroffenen vorbeugenden Hygienekonzepte vorgelegt und umgesetzt werden.

 

Wir von den Hospizdiensten im Landkreis Diepholz treffen uns zweimal jährlich zum Regionaltreffen um über aktuelle Themen in der Hospizarbeit zu sprechen. Wir sind in engem Kontakt um ein gutes vernetztes Arbeiten und Denken zu verbessern und zu festigen.

 

Wir gestalten gemeinsam Hospizbegleiter -Oualifizierungskurse  und es gibt viele verschiedene Angebote im Bereich der Trauerarbeit 

( Trauercafe, Trauergruppen, Einzelbegleitung). Mit dieser Arbeit möchten wir, sobald es weitere Lockerungen gibt oder die Corona_Krise bewältigt ist, fortfahren.

Vieles ist aber nur möglich durch die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung, denn für unsere Arbeit sind wir auf Spenden angewiesen.

Wenn Sie uns unterstützen möchten, Unterstützung benötigen oder Fragen zu unserem Dienst haben, dann melden Sie sich beim Hospizdienst bei Ihnen vor Ort. 

Wir sind gerne für Sie da.

Hospizdienst Sulingen: 04271 9554500

 

Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Unterstützern und Ehrenamtlichen bedanken, die mit uns gemeinsam in diesen schwierigen Zeiten neue Wege gehen.


begleitung - UND DANN KAM COVID-19

Meine Begleitung bei Herrn X. begann Anfang Oktober 2019.

Unsere Koordinatorin hatte mich gefragt, ob ich Zeit hätte, einen jungen Mann von 49 Jahren im Pflegeheim zu begleiten. Er hatte Krebs im Endstadium, wurde bereits im Pflegeheim zusätzlich palliativ versorgt und er hatte sein „OK“ für eine hospizliche Begleitung gegeben.

Am nächsten Tag meldete ich mich bei Herrn X. an. Vor dem 1. Besuch ging mir vieles durch den Kopf, ein Mensch in dem Alter im Pflegeheim, und unter anderem - wie es ihm wohl geht und wie wir wohl mit einander klarkommen??

Dann war es soweit, ich stellte mich Herrn X. vor und fragte ihn, ob es ihm auch recht sei, von mir Besuch zu bekommen? Herr X. war sehr klar in den Dingen die er wollte, das machte es mir leicht. Er wollte gern 1 x die Woche von 11 – 12 Uhr Besuch bekommen. Nachmittags bekam er oft von seinen Schwestern oder Freunden Besuch. Sein Bruder kam jeden Abend nach der Arbeit, das war ihm sehr wichtig. Auch das seine Schwestern ihn regelmäßig besuchten und die Familie jetzt so gut zusammenhielt, war für ihn eine große Unterstützung. Er erzählte mir von seinem Krankheitsverlauf, die Krebsdiagnose hatte er damals im März 2018 bekommen. Daraufhin wurde er in einer Fachklinik behandelt und anfangs lief auch alles gut. Dann gabs einen Rückfall und es ging ihm zunehmend schlechter. Da ihm das Laufen immer schwerer fiel, war er auch mehr und mehr auf Hilfe angewiesen. Im Juli 2019 entschied er sich ins Pflegeheim zu gehen, er konnte keine Treppen mehr steigen, und in der Landwirtschaft, konnte er auch schon länger nicht mehr arbeiten.

Bei meinem 1. Besuch sagte Herr X., wir sollten uns man duzen, er würde alle Menschen duzen und fände das am unkompliziertesten. Ende Oktober hatte er seinen 50.Geburtstag und nicht damit gerechnet, dass er den noch erlebt – X. war fast verwundert, dass er es bis dahin geschafft hatte. Dann kam Weihnachten, Silvester und Neujahr, der runde Geburtstag von seiner Mutter.

Mit Hilfe in den Rollstuhl und mal eine kleine Runde spazieren fahren, traute er sich nicht mehr zu. Die kleinste Anstrengung, der geringste Stress, verursachte schon Luftnot bei ihm. Lesen strengte an, die Augen waren zu trocken, selbst das Essen fiel ihm schwer, vor allem wenn es zu trocken, oder krümelig war. Das bewunderte ich an ihm, trotz der Beschwerden und seiner Situation, war er sehr bescheiden und direkt zufrieden, er fühlte sich gut versorgt und „meckerte“ nicht rum. Wenn es ihm schlecht ging, sagte er es. Ab und an bekam er auch mal nachts Besuch, erzählte er mir mit einem Augenzwinkern. Die demente Dame von nebenan, ging durch sein Zimmer und setzte sich auch mal in seinen Sessel. Aber selbst das regte ihn nicht sonderlich auf. Die Luftnot und andere körperliche Beschwerden piesackten ihn immer mehr und er bekam palliativ eine Schmerzpumpe zur Entlastung. Die half ihm sehr, aber er fühlte sich auch matter und schlief viel. Ende Februar, Anfang März 2020 rückte die Corona Pandemie immer näher und Mitte März war es dann soweit: ich wollte es erst nicht wahrhaben, alle Pflegeheime wurden für Besucher, Angehörige und Begleiter geschlossen! Die Gefahr, den COVID – 19 Virus zu den Menschen ins Pflegeheim einzuschleppen, war einfach zu groß und lebensbedrohlich. Das war ein Schlag, wir verabschiedeten uns am Telefon und wussten, das ist das letzte Mal, dass wir mit einander sprechen. Da X. immer schwächer wurde, sah ich von weiteren Telefonaten ab.

Ende März hatte er es geschafft. Es war eine Beruhigung für mich zu wissen, dass die engsten Angehörigen, vor allem sein Bruder, unter strengsten Schutzmaßnahmen noch zu ihm durften.


AMBULANTE KINDERBEGLEITUNGEN

Die meisten Familien, in denen ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener lebensverkürzt erkrankt ist, wünschen sich, dass ihr Kind zu Hause bleiben kann. In dieser belastenden Zeit braucht es Menschen, die offen sind, zuhören, mitgehen und aushalten. Unsere qualifizierten ehrenamtlichen Kinderbegleiterinnen gehen in die Familien. Sie sind für das erkrankte Kind, die Geschwister und die Eltern da. Sie schenken den Familien Zeit und unterstützen sie. Die Coronakrise hat es notwendig gemacht, dass sich unsere Ehrenamtlichen aus der persönlichen Begleitung zurückziehen mussten, auch Angebote für Geschwisterkinder können nicht stattfinden. Das ist für die Familien genauso schwer wie für unsere Ehrenamtlichen. Leider ist es uns zur Zeit auch nicht möglich, neue Begleitungen anzunehmen, da wir nicht in die Familien können. Wir alle können Überträger des Coronaviruns sein, auch wenn wir keine Symptome haben. Grundsätzlich besteht für die Kinder / Jugendlichen die wir begleiten ein höheres Risiko zu erkranken, da ihr Immunsystem aufgrund der zugrundeliegenden Erkrankung geschwächt ist. Wir stehen aber in ständigem Kontakt mit dem ambulanten Kinderhospizdienst Löwenherz, der uns die Begleitungen vermittelt hat. Kontaktieren Sie uns trotzdem gerne


WENN ETWAS NICHT MEHR MÖGLICH IST, VERÄNDERE ES, dass es anders möglich ist.

Das Virus macht auch an unserer Tür nicht halt.

 

Unsere Angebote wie das Trauercafe und der Trauertreff für Männer sowie unsere Ehrenamtsabende mussten wir alle schweren Herzens absagen. Wir sind alle in dieser noch nie dagewesenen Situation auf uns zurückgestellt. Umso mehr trifft es Menschen, die z.B. mit einer schweren Erkrankung leben oder in einer Trauersituation sind. Dies bringt uns alle in Grenzsituationen. Wir wissen nicht, wie lange diese Einschränkungen noch gelten. Doch wir wissen, dass wir weiterhin für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, da sein werden, vielleicht anders als bisher. Sprechen oder rufen Sie uns trotzdem gern an, wir sind offen für Ihre Sorgen, Befürchtungen und Nöte - zögern Sie nicht!


wie hat sich das leben seit anfang märz 2020 für uns verändert?

Wir haben wohl nicht damit gerechnet, dass die Pandemie unser persönliches und gesellschaftliches Leben so einschränkend beeinflusst - weltweit. Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Corona- Virus können wir Anfragen für eine ambulante Hospizbegleitung momentan nicht zuverlässig vermitteln. Wir versuchen jedoch unser Möglichstes und nehmen nach wie vor alle Anfragen entgegen, wir stehen für Gespräche am Telefon jederzeit zur Verfügung. Wir bieten Hilfe für Menschen die mit Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind. Wegen Corona ist der persönliche Kontakt zu unseren Begleitungen, die in den Pflegeheimen leben, komplett abgebrochen - das ist auch für uns schwer auszuhalten.

Wir können den Kontakt nur telefonisch aufrecht erhalten (wenn möglich) , die Besuche fallen weg. Anfragen zu akuten Sterbebegleitungen versuchen wir nachzukommen, selbstverständlich unter Einhaltung aller hygienischen Maßnahmen.

 

Melden Sie sich gerne bei uns.