Trauercafe


 Trauer beginnt mit dem Bewusstsein , Abschied nehmen zu müssen. Trauer kann schon vor dem Tod beginnen.

Trauer gehört zum Leben. Trauer, die keine Gestaltungsmöglichkeiten und keine Resonanz findet, kann krank machen.

Mehr und mehr Menschen müssen zur Zeit allein damit klar kommen.

Die Corona-Pandemie erschwert persönliche Gespräche. Besonders Trauernde leiden jetzt verstärkt unter Einsamkeit. Allein gelassen mit ihren Gefühlen müssen Sie den Verlust eines Menschen, der ihnen nahegestanden hat, fertig werden. Die reduzierten Kontakte und der fehlende Austausch mit Freunden und Bekannten sind für sie eine zusätzlilche Belastung.

Vielen Trauernden fehlt die Unterstützung von außen: ein persönliches Gespräch, eine liebevolle Umarmung oder ein wärmender Händedruck.

Wie gut täte da ein Gespräch mit anderen Betroffenen oder mit den ehrenamtlichen Begleitern des Ambulanten Hospizdienstes.

Leider lässt die Corona-Hygieneverordnung für uns zur Zeit aber noch keine Treffen des normalerweise regelmässig stattfindenden Trauercafes zu.

Wir bieten aber allen Trauernden an, sich mit einer oder einem Ehrenamtlichen z.B. zu einem Spaziergang zu verabreden.

An der frischen Luft und in Bewegung kann ein intensiver Austausch entstehen.

2020, das "Corona-Jahr" hat uns gezeigt, wie verletzlich wir sind aber auch wie wir zusammen halten.

Wenn etwas nicht mehr möglich ist verändere es so, dass es anders möglich ist.

 

 

 


Die trauer ist ein unerwarteter Gast

Eines schönen Tages klopft sie an deine Tür und fragt nicht erst, ob sie hereinkommen darf, sondern sie setzt sich mitten in dein Wohnzimmer und macht es sich bequem und gemütlich.

Am Anfang denkt man sich  "nun gut, irgendwo muss sie ja sein" und bleibt gastfreundlich. Dann kommt der Punkt wo man sich denkt "nun könnte sie aber langsam wieder gehen" und versucht, mit allerlei diplomatischen und weniger diplomatischen Mitteln sie dazu zu bringen, aufzustehen und sich zu verabschieden, weil man gerne mal wieder für sich sein möchte.

Aber nein, da hockt sie, stumm und unversöhnlich und bewegt sich nicht vom Fleck  . Man versucht sie rauszuwefen, rauszuekeln - aber sie sitzt da einfach .

Jeden Tag versucht man es wieder, doch wie ein nasser Sack Zement thront sie auf deinem Sofa und schaut dir die ganze Zeit über die Schulter. Du fühlst dich beobachtet und unwohl - aber sie sitzt einfach da.

Und schweigt.

Und wartet.

Und weiß nicht mal worauf, geschweige denn wie lang.

Und noch ein Tag und noch ein Versuch, sie zum Gehen zu bewegen.

Herrgott, in unserer modernen Welt muss es doch möglich sein, der Herr der Lage zu werden!

Aber nein, dieses Ding hockt da wie eine Spinne im Netzt und wartet.

Ok, raus will sie nicht.

In deinem Wohnzimmer ist zu wenig Platz.

Also fängst du an, dich an sie zu gewöhnen.

Stellst den Tisch ein bisschen weiter da und den Stuhl ein bisschen weiter fort-

und nun sitzt sie zwar immer noch da, aber nicht mehr in der Mitte.

AHA - denkst du dir!

Ich kann sie nicht zum gehen bewegen - aber ich kann mich um sie herum bewegen.

Ein bisschen Möbel umstellen, ein bisschen Perspektive wechseln und schon sieht sie nicht mehr so bedrohlich aus.

Tatsächlich kannst du sogar um sie herum gehen und sie von hinten anschauen - unspektakulär...

Weitere Tage vergehen und sie setzt schon ein bisschen Staub an, bis sie sich  plötzlich wieder mal schüttelt, eine Trauer-Staubwolke aufsteigt und dich einhüllt.

Du stellst den Tisch noch ein bisschen mehr dort und den Stuhl noch ein bisschen mehr da - und auf einmal ist sie nur noch der Rand deines Wohnzimmers und nicht mehr das Zentrum.

Aber sie sitzt immer noch da.

Manchmal wirft sie dir einen vorwurfsvollen Blick zu und du fühlst dich versucht, sie wieder in die Mitte auszurichten.

Manchmal schüttelt sie sich und hüllt dich in eine Staubwolke....

Aber irgendwann ist sie so eins geworden mit deinem Wohnzimmer, dass du sie nicht mal mehr siehst, außer wenn sie sich gerade schüttelt.

Und so hast du aus der Not eine Tugend gemacht und dank dem ungebetenen Gast, der nicht mehr gehen wollte, eine ganz neue Perspektive in dein Leben gebracht.

Und würde man nun die Trauer aus deinem Wohnzimmer entfernen- so würde ein hässlicher, kahler Fleck bleiben,weil da auf einmal etwas fehlt.

Und manchmal stellst du sie wieder in die Mitte, weil ein besonderer Tag ist, weil du sie heute brauchst, weil es das an diesem Tag eben braucht.

 

Wenn oben nicht mehr oben ist,

die Mitte nach außen gerückt,

wenn gute Wünsche wie eine Farce

und ein Sonnenuntergang wie Nebel wirkt -

dann wünsche ich dir Menschen,

die wie ein Ring um dich sind,

damit du nicht fällst.

 

 

 


Timba, ein Hund in der Hospizarbeit

 

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Tanja Kruse- Röhsler und im Juli 2020 beendete ich meinen Kurs zur ambulanten Hospizbegleiterin. Beim Einsegnungsgottesdienst dabei- mein Hund Timba, ein 6jähriger Australian Shepherd- Rüde. Er war schließlich der Grund, warum ich den Hospizkurs absolvierte.

Nun wurde ich gebeten, ein wenig über Timba zu erzählen...

Von Beruf bin ich Atem , - Sprech - und Stimmlehrerin und leite in Sulingen eine Praxis "'TheraLogo" . Dort kommen seit 2008 Begleithunde zum Einsatz. Sie helfen Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen Zutrauen in ihre eigenen sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Durch die Anwesenheit des Hundes und die Arbeit mit ihm werden die Kinder zum sprechen angeregt, die Motivation, Lern- und Leistungsbereitschaft sowie Ausdauer - und Konzentrationsfähigkeit erhöht; die Kinder fühlen sich angenommen und werden in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt.

Die Ausbildung zum Therapiebegleithund- Team erhielt ich mit meiner Hündin Bonnie am MITTT (Münsteraner Institut für therapeutische Fortbildung und tiergestützte Therapie) in Rheine. Als sie sechs Jahre alt war, kam Timba dazu. Sie arbeiteten 3 Jahre Seite an Seite, bis Bonnie in ihren wohlverdienten Ruhestand wechselte.

Durch die Ausbildung wurde ich auf die Möglichkeit aufmerksam, Hunde auch in der Hospizbegleitung einzusetzen. Lange ruhte der Gedanke, wurde dann aber wieder in mir wach und ich begann mich , mit dieser weiteren Option des tiergestützten Einsatzes zu beschäftigen. Vor allen Dingen eine Erfahrung in der Arbeit mit dem Hund schien mir so wertvoll, dass ich sie gerne auch den alten und sterbenden Menschen zuteil werden lassen wollte:

Der Hund begegnet dem Menschen wertfrei und nimmt ihn so an wie er ist. Ohne Beurteilung und Bewertung .Dieses bedingungslose Annehmen macht das Zusammensein und die Arbeit mit einem Hund so bereichernd.

Mit Fröhlichkeit geht Timba auf den Menschen zu. Die Reaktion auf seine schwanzwedelnde Begrüßung und seinen offenen Blick ist ein Lächeln und ein Strahlen im Gesicht. Gerne spricht man den Hund an, gibt ihm ein Leckerli und erfreut sich an manchem Kunststück, das Timba zum Besten gibt. Die Begegnung mit ihm löst bei den Menschen Wohlbefinden und Freude aus. Diese Momente sind kostbar und wirken lange nach. Ein Besuch im Heim ist zwar für Timba und mich anstrengend, aber auch erfüllend, wenn ich die Bewohner so offen und zugewandt dem Hund gegenüber erlebe. Und Timba genießt die Streicheleinheiten.

In der Begegnung mit Timba ist das zu beobachten, was ein unbekannter Verfasser so treffend zu beschreiben wusste:

" Ein Hund ist ein Herz auf vier Pfoten".

 

 

 


Was gibt's neues?

Mit Sterben und Tod leben lernen   -   Neuer Vorbereitungskurs für Ehrenamtliche

Voraussichtlich ab September diesen Jahres bietet der Ambulante Hospizdienst Sulingen und UMZU in Zusammenarbeit mit dem Ambulanten Hospizdienst Syke einen neuen Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Sterbebegleitung an.

Der Kurs bietet die Möglichkeit, sich mit Fragen um das Thema Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Welche Vorstellungen haben andere Menschen, insbesondere meine Familie und Freunde, wenn es ums Sterben geht? Wie lässt sich diese Phase gut gestalten und begleiten?

Begleitung, Beratung und Unterstützung von Menschen in der letzten Phase ihres Lebens ist zu einem wichtigen, gesellschaftlichen Anliegen geworden.

Seit mehr als 30 Jahren nimmt sich die Hospizbewegung der Sorgen und Ängste rund um das Sterben an und bietet Hilfestellung , um möglichst viel Lebensqualität bis zum Tod zu ermöglichen.

In ehrenamtlichen Sterbebegleiter/*findet man einen Ansprechpartner mit einem offenen Ohr für Fragen und Ängste, die in dieser Situation bedrückend werden können und die oft im eigenen Umfeld nicht angesprochen werden..

Wir möchten allen Interessierten Mut machen, sich dem Thema zu öffnen.

Der Kurs richtet sich an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und die über dieses Thema nachdenken, die Fragen stellen, die Rat und Informationen suchen sowie sich die Begleitung Sterbender vorstellen können. Fast jeder hat schon einmal mit schweren Erkrankungen, Sterben, Tod und Trauer Erfahrungen machen müssen. Für den einen oder anderen sind sicher auch noch einige Fragen offengeblieben, sie haben sich hilflos und unsicher gefühlt.

Der Kurs ist folgendermaßen aufgebaut:

 Im Grundkurs steht das Kennenlernen des hospizlichen Denkens und Handelns im Mittelpunkt. Weitere Schwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen in Bezug auf Abschied, Trennung, Sterben und Tod und die Kommunikation mit Schwerkranken, Sterbenden und Zugehörigen.

Es folgt ein praktischer Einsatz  ,in dem die Teilnehmer einen Schwerstkranken begleiten, unterstützt von den Multiplikatoren und den Koordinatorinnen.

Im Vertiefungskurs gibt es einen intensiven Austausch über die Erfahrungen des Praxiseinsatzes, die professionell aufgearbeitet werden. Darüber hinaus werden Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Sterbe- und Trauerkultur bearbeitet.

 

Der Qualifizierungskurs wird geleitet von Mitgliedern der Hospizdienste Sulingen und Syke, die langjährige Erfahrungen in der Hospiz- und Ausbildungstätigkeit haben.

Die Teilnahme ist unter der Voraussetzung der Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit in einem Hospizdienst kostenfrei.

Die Maßnahme ist jedoch auch offen für Menschen, die sich  anderweitig aktiv in der Hospizarbeit engagieren oder aus Eigeninteresse mit der Thematik auseinandersetzen möchten, dann beträgt die Kursgebühr einmalig 300 Euro.

Vor Kursbeginn werden alle Teilnehmer zu einem persönlichen Gespräch geladen.

Während der gesamten Kursdauer ist eine kontinuierliche Teilnahme und Mitarbeit verpflichtend.

Mit Erhalt des Zertifikats am Ende der Qualifizierung werden sie befähigt, als ehrenamtliche/r Hospizbegleiter/in bei einem ambulanten Hospizdienst tätig zu werden.

 

So unterschiedlich Menschen sind, ihre Lebensweise,

ihre Wünsche und Hoffnungen,

ihr Charakter - eine Gemeinsamkeit teilen wir alle:

Wir werden sterben.

 

Wir freuen uns über Ihr Interesse.

Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf wenn Sie mehr Informationen benötigen.

Patricia von Bodecker:        04273/8214

Dieter Stamme :                     04271/5939

Ulla Klare-Gockeln:              04272/94061

Büro:                                      04271/9554500