Zurück in den Kreislauf des Lebens

So individuell wie ein Mensch zu Lebzeiten ist, sollte er auch bestattet werden


Am 6. Oktober waren wir zu Besuch beim Bestatter Florian Krause und seiner Ehefrau Marlene in Eydelstedt.

Zuerst haben wir uns im Wald getroffen, wo die Bestattungsform  - Tree of life - möglich ist.

Was ist "Tree of Life" ?

Eine einzigartige Form der Naturbestattung. Wer sein Leben gern in der Natur verbracht hat, möchte es vielleicht auch dort beschließen.

"Tree of Life" ist ein Sinnbild für das Fortbestehen des Lebens. Der Gedanke, dass die Asche eines Verstorbenen durch die Wurzeln eines Baumes aufgenommen wird und somit in ihm weiterlebt scheint einigen Menschen angenehm.

Danach haben wir uns noch zusammengesetzt und über Bestattungsformen  und -rituale gesprochen, die Funktion der Wasserurne wurde erklärt -  Tropfen für Tropfen der Erde übergeben.

Die Wasserurne ist eine hohle, bronzene Kugel, in der die Asche zweier Verstorbener Platz findet. Durch das herabfallende Regenwasser wird die Asche in ca 10 Jahren dem Boden zugeführt.

Marlene hat über pränatale Begleitungen und über Sternenkinder bereichtet sowie über ihre Arbeit in der Kindertrauerbegleitung.

Abschließend haben wir bei einem leckeren Stück Zwiebelkuchen viele Fragen gestellt und uns angeregt mit vielen unterschiedlichen Ansichten  über " Tree of Life" ausgetauscht .

Wir bedanken uns bei Florian und Marlene für den interessanten Abend, es war sehr bereichernd.

 

 

 


Am ende wissen, wie es geht

--kleine 1x1 der sterbebegleitung-

Der Abschied vom Leben ist der schwerste, den die Lebensreise für einen Menschen bereithält. Deshalb braucht es, wie auf allen schweren Wegen, jemand der dem Sterbenden die Hand hält. Diese Hand zu reichen erfordert nur ein bisschen Mut und Wissen.

Das Lebensende und Sterben unserer Angehörigen macht oft hilflos, denn Sterbebgleitung ist viel verloren gegangen.

In den Kursen wird Grundwissen an die Hand gegeben und ermutigt sich dem Sterbenden zuzuwenden. Denn Zuwendung ist das, was wir alle am Ende des Lebens am meisten brauchen.

In den Kursen wird über die Normalität des Sterbens als Teil des Lebens gesprochen. Es werden mögliche Leiden im Sterbeprozess thematisiert und wie wir sie lindern können.

 

Mit Brigitte Schwarz und Ursula Schünemann haben wir nun fünf ausgebildete Kursleiter/innen für die Schulungen.

Wir freuen uns sehr über soviel ehrenamtliches Engagement und gratulieren Ursel und Brigitte.

 


Letzte -Hilfe-Kurse für Kindervon 8-16 Jahre

-warum für Kinder-?

Auch Kinder und Jugendliche sind betroffen. Das Thema ist kindgerecht aufbereitet und die kindlichen Bedürfnisse werden berücksichtigt. Sterben und Tod ist ein Thema, über das Erwachsene nicht gerne mit ihren Kindern sprechen. Durch kindliche Neugier ist der Umgang mit dem Thema eher unbefangen. Wir erarbeiten viele Grundsätze interaktiv und spielerisch- eben auf die Kinder zugeschnitten. Kinder und Jugendliche lernen, was sie für ihre Mitmenschen am Ende des Lebens tun können.

Bereits im Juni haben Ulla Klare-Gockeln und Elke Borghorst die Kursleiterschulung für Kinder abgeschlosssen .

 


Themenjahr: "Was ist gutes Sterben"?

 Am 24. März haben der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN), der Hospiz- und Pallilativverband Niedersachsen (HPVN) sowie die Hospizstiftung (HSN) das Themenjahr " Was ist gutes Sterben"? eröffnet.

Gutes Sterben ist ein individuelles und politisches Thema," es betrifft jeden von uns"- früher oder später. Darum möchten die Initiatoren einen Gesprächsraum schaffen, um dieses Thema persönlich und öffentlich zu diskutieren. Auf die Frage gibt es wahrscheinlich so viele Antworten wie es Menschen gibt.

Im Rahmen des Themenjahres führte der Landesstützpunkt im März ein Vernetzungstreffen durch. Gemeinsam wurde darüber diskutiert, was " gutes Sterben" für jeden persönlich heißt.

Am häufigsten wurden dabei folgende Schlagworte genannt:

 

- innerer Frieden

- Zuwendung

- füreinander da sein

- Sterben als selbsbestimmter Prozess

- Schmerz- und Symtomfreiheit

- Loslassen können

- nicht alleine gelassen werden

- Ruhe finden

- den Tod annehmen

- Würde und Selbstbestimmung

 

Inwieweit beschäftigen sich die Hospizdienste mit  dieser Frage ganz offensiv und wie sehen sie sich mit ihrer Arbeit in der Öffentlichkeit zu diesem Thema vertreten?

Sind Sie aktuelle Botschafter für diese Themen?

Derzeit kämpfen viele Hospizdienste darum, den "eigenen Laden" am Laufen zu halten, die aufgrund der Pandemie wenigen Begleitungen sicherzustellen und den Kontakt zum Ehrenamt nicht abreißen zu lassen. Da liegt die Vermutung nahe, das für die Beantwortung der Frage nach dem" guten Sterben "aktuell nur wenig Zeit bleibt und die mediale Berichterstattung mit den Corona- Themen nur wenig Spielraum lässt, die eigenen hospizlichen Themen in der Öffentlichkeit zu plazieren.

Andererseits scheint das Interesse der Gesellschaft an den Themen Sterben, Tod und Trauer gerade in den Zeiten der Pandemie gestiegen zu sein.

Spüren Sie selbst einmal dieser Frage nach.

Es ist wichtig, Haltung zu dieser  Frage zu beziehen  und auch damit an die Öffentlichkeit zu gehen um mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.