Ich werde nicht mit dir hinübergehen, aber ich begleite Dich an die Grenze.

           Ich werde den Schmerz nicht von dir nehmen, aber ich werde mit Dir fühlen.

         Ich werde die Angst nicht wegmachen, aber ich stehe mit Dir im Feuer.

Ich werde nicht verneinen was ist, aber ich reiche Dir die Hand auf der Suche

                                               nach dem Warum und dem Ja.

           Ich werde Dir keine Ratschläge geben, aber ich werde Dich hören.

                                             Ich werde mich nicht aufgeben.

                                Ich werde Dich loslasssen, wenn die Zeit kommt,

      und ich bin mit all meinem Respekt und mit meiner Liebe bei dir und Deinem Weg

                                                  ...........  bis ans Ufer.

                                                                                                                 von Mu-unRa

 

 

 

Schneeglöckchen

Schneeglöckchen sind zarte Geschöpfe,filigrane erste Boten des Frühlings. Sie halten ihre weißen Köpfchen elegant gen Boden geneigt und sie "läuten" mit ihren Erblühen den Frühling und die wiederkehrende Sonnenwärme ein.

Die kleine Eileen liebt Schneeglöckchen und sucht sie manchmal schon im Januar. Heute ging sie wieder einmal durch den Garten mit ihrem Opa und suchte. Der Opa wusste zwar, dass sie noch keine Schneeglöckchen finden würden, aber er genoss den Spaziergang und die Zeit mit seiner Enkelin. "Ob sie wiederkommen, die Schneeglöckchen? Sie sind doch so klein und zierlich. Vielleicht sind sie zu schwach." fragte die kleine Eileen.

Der Opa lächelte." Ein Schneeglöckchen mag zart und zierlich aussehen, aber doch ist es vor allen anderen Blumen bereit, die Sonne zu begrüßen." sagte der Opa zu ihr. "Vor langer Zeit haben manche Blumen das Schneeglöckchen geärgert. Weil es so klein und zierlich war sagten einige Blumen, es wäre zu klein, zu blass und  schwach. Sie meinen, niemand würde das kleine Schneeglöckchen beachten, weil es so klein wäre und die Sonne würde es nicht sehen wollen,weil es so blass, so weiß und zierlich wäre . Da war das Schneeglöckchen traurig und weinte. Doch die Sonne lächelte ihm wohlwollend zu und schenkte ihm seine schönsten und wärmendsten Strahlen. Da beschloss das kleine Schneeglöckchen für sich einzusehen und als erste Blume die neue Frühlingssonne zu begrüßen. Anfangs lachten manche Blumen und zweifelten.

"Doch ganz gleich, wie hart oder lang der Winter sein mag, wenn die Frühlingssonne ihre ersten Strahlen schickt und den Boden erweckt, wird ein Schneeglöckchen sich seinen Weg ans Licht erkämpfen. Es wird sich mit aller Kraft durch die Dunkelheit des Bodens arbeiten um ans Licht zu kommen und die Sonne zu begrüßen. Anfangs reckt es den Kopf dem Sonnenlicht entgegen und genießt die erste Wärme und dann senkt es demütig den Kopf und schaut auf den Boden. Es schaut auf das, was es geschafft hat. Durch den Boden zu brechen hat es stark gemacht für die noch rauhen Winde und die Kälte. Das Schneeglöckchen betrachtet und würdigt, was es in seiner Zeit des Wachsens geschafft hat. Mit Stolz und Ehrfurcht blickt sein Köpfchen daher anmutig auf den Boden." fuhr der Opa fort. Noch bevor die anderen Blumen sich herauswagen und die Sonne sehen, blickt die Sonne voll Stolz auf die Schneeglöckchen. Sie mögen klein und weiß und zierlich sein, doch sie wissen genau, was sie wollen und kämpfen jedes Jahr aufs Neue. Sie sind in ihrem Inneren stark und dafür liebt die Sonne die Schneeglöckchen.

"Lass dir nie einreden, du seiest zu klein, zu schwach oder zart für etwas. Wenn du etwas ereichen willst, kannst du wie ein Schneeglöckchen sein",

sagte der Opa und umarmte seine kleine Eileen.

Opa, wenn ich groß bin, werde ich ein Schneeglöckchen sein...

 

 


Ein 92-jähriger Mann beschloss nach dem Tod seiner Frau ins Altenheim zu gehen. Die Wohnung schien ihm zu groß und er wollte für seine letzten Tage auch noch ein bisschen Gesellschaft haben, denn er war geistig noch in guter Verfassung.

Im Heim musste er lange in der Halle warten, ehe ein junger Mann zu ihm kam und mitteilte, dass sein Zimmer nun fertig sei. Er bedankte sich und lächelte seinem Begleiter zu, während er, auf einen Stock gestützt, langsam neben ihm herging.

Bevor sie den Aufzug betraten erhaschte der Alte einen Blick in eines der Zimmer und sagte:"Mir gefällt es sehr gut." Sein junger Begleiter war überrascht und meinte, er habe doch sein Zimmer noch garnicht gesehen.

Bedächtig antwortete der alte Mann." Wissen Sie, junger Mann, ob ich den Raum mag oder nicht, hängt nicht von der Lage der Einrichtung ab, sondern von meiner Einstellung , von der Art, wie ich ihn sehen will. Und ich habe mich entschieden, glücklich zu sein. Diese Entscheidung treffe ich jeden Morgen wenn ich aufwache, denn ich kann wählen. Ich kann im Bett liegen bleiben und damit hadern, dass mein Körper dies und jenes nicht mehr so reibungslos schafft - oder ich kann aufstehen und dankbar sein für alles, was ich noch kann. Jeder Tag ist ein Geschenk und solange ich meine Augen öffnen kann, will ich Gott danken für all die glücklichen Stunden, die ich erleben durfte und noch erleben darf.

Sie sind noch jung, nehmen Sie sich den Rat eines alten Mannes zu Herzen. Deponierern Sie alles Glück, alle Freude,alle schönen Erlebnisse als Erinnerungen auf einem Spezialkonto, um im Alter über einen Schatz zu verfügen, von dem Sie zehren können, wann immer Sie dessen bedürfen. Es liegt an Ihnen, wie hoch die Einlagen auf dem Konto sind. Ich verrate Ihnen noch zwei einfache Tricks, mit denen Sie Ihr Konto rasch wachsen lassen können.

Hegen Sie in ihrem Herzen nur Liebe und in ihren Gedanken nur Freude. In dem Bewusstsein, so ein Konto zu besitzen, verliert die Zukunft ihre Ungewissheit und der Tod seine Angst.

Der junge Mann hatte staunend zugehört und bedankte sich nun mit einem strahlenden Leuchten in seinen Augen. Freudig drückte er den Arm des Alten und meinte:" Vielen Dank, soeben habe ich ein Erinnerungskonto bei meiner Bank eröffnet und dieses Gespräch ist die erste Einlage.

Mit diesen Worten öffnete er die Tür, um dem neuen Bewohner sein Zimmer zu zeigen. Mit einem Schmunzeln sagte dieser:"Mir gefällt es sehr gut."

Die schönsten Menschen, die ich kennen gelernt habe,

sind die, die Niederlagen einstecken mussten,

die Leid, Schicksalsschläge und Verlust erfahren haben,

und die es dennoch schafften,

immer wieder ihren Weg aus der Tiefe heraus zu finden.

Ihre Erfahrungen gaben ihnen eine Wertschätzung,

eine Empfindsamkeit und ein Verständnis vom Leben,

die sie in Mitgefühl, Sanftheit und in tiefer Liebe auf andere

Menschen zugehen lassen.

Ein schöner Mensch wird nicht geboren.

Ein schöner Mensch wird schön durch die Kraft,

sich über seine Tiefschläge zu erheben und daran zu reifen.

 

Ambulante hospizarbeit: Menschen in schwersten Stunden zur Seite stehen

Menschen in den schwersten Stunden zur Seite stehen ist ein kostbares Gut, denn im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben ihren Wert geben.

Dieses außergewöhnliche Jahr 2020 war und ist für uns alle eine Herausforderung.

Die Corona-Pandemie hat unsere Gesellschaft verändert, fast alle Bereiche des Lebens sind durch entsprechende Maßnahmen und Einschränkungen betroffen- so auch das Ehrenamt im ambulanten Hospizdienst. An unterschidlichen Stellen sind und waren wir betroffen. Menschen, die in diesem Jahr krank waren und verstorben sind mussten oftmals auf die gewohnte Begleitung verzichten. An-und Zugehörige konnten sich nicht oder nur unvollständig verabschieden.

Menschen in Heimen sind einsam gewesen da sie zeitweise keinen Besuch bekommen durften.

Das Pflegepersonal ist an seine Grenzen gekommen, Urlaube aus denen wir Kraft schöpfen, mussten ausfallen.

Aber auch neue Erkenntnisse konnten wachsen. Die Reduzierung von der Fülle auf das Wesentliche hat Kreativität hervorgebracht - auch bei uns.

So haben wir in diesem Jahr mal wieder bewusst Briefe geschrieben, kleine Aufmerksamkeiten verteilt und den Kontakt durch gute Gespräche  am Telefon gehalten.

Durch den Blick auf den Nächsten wuchs aber auch grosse Hilfsbereitschaft und Solidarität untereinander.

Vielleicht sollten wir uns auch zukünftig mehr auf das Wesentliche , auf dass, was wirklich wichtig ist, nämlich auf den Menschen der mir gegenüber ist, konzentrieren.

Wir freuen uns, dass wir weiterhin in die Pflegeheime gehen dürfen um dort Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Wenn gewünscht, gehen unsere Ehrenamtlichen auch in die Häuslichkeit. Für die ambulante Sterbebegleitung gilt, dass die von uns begleiteten Menschen besondere Achtsamkeit und Zuwendung erfahren.

Wir lassen natürlcih die nötige Vorsicht walten und halten uns an die hygienischen Vorgaben.

Am Ende des Jahres schauen wir einerseits auf ungewohnte Einschränkungen und nie da gewesene Hindernisse zurück und andererseits ist unser Blick voller Hoffnung und Zuversicht auf das Jahr 2021 gerichtet.

Wir danken allen, natürlch besonders unseren Ehrenamtlichen, die trotz Corona-Pandemie voller Engagement ihre Zeit zur Verfügung stellen.

Zudem danken wir allen unserern Unterstützern von Herzen und hoffen auch im nächsten Jahr einiges gemeinsam bewegen zu können und wünschen besinnliche und gesunde Feiertage.


Hoffnungsfenster im Advent

In der"dunklen Zeit" entfalten Lichter ihre Wirkung ganz besonders.

Wir wollen uns daran erinnern, dass wir durch den Advent auf Weihnachten zugehen- von der Dunkelheit ins Licht. Oft verfallen wir Menschen im Dezember in Hektik, unsere Gedanken kreisen um die besten Geschenke und den schönsten Weihnachtsbaum.

Wenn wir es zulassen, ist der Advent eine gemütliche Zeit, eine Zeit der Besinnung.

Weil der lebendige Adventskranz in diesem Jahr wegen der Coronapandemie nicht stattfindet, haben wir  ein Hoffnungsfenster gestaltet. Juliane Worbs von der evangelischen und Claudia Rohlke von der katholischen Kirche haben dazu aufgerufen. Unser Fenster ist zwar von der Strassenseite nicht zu sehen, aber die Gäste, Besucher und Mitarbeiter vom Hospiz Zugvogel können sich vielleicht daran erfreuen. Es hat uns viel Freude gemacht und wir selber erfreuen uns jeden Tag an dem Licht.


Corona im Herbst

Leider müssen wir zum zweiten Mal in diesem Jahr den größtenteil unserer Veranstaltungen verschieben oder absagen.

Aufgrund des aktuellen Shutdowns und der Corona- Hygieneverordnung können unsere Treffen weiterhin nicht stattfinden.

Für die ambulante Sterbebegeitung gilt auch, dass die von uns begleiteten Menschen besondere Achtsamkeit und Zuwendung benötigen.

Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir aber in dieser Zeit die Mögllichkeit haben, im Pflegeheim sterbende Menschen begleiten zu dürfen.

Gleichzeitig lasssen wir natürlich die nötige Vorsicht walten und halten uns an die wichtigen Vorgaben wie den Mund-Nasenschutz und die Händedesinfektion . Wir versuchen uns an die Abstandsregeln zu halten und achten auf regelmässiges Lüften.

Lassen Sie uns positiv in die Zukunft schauen.


Die 4 Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte:" Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden." Das  Licht wurde kleiner und verlosch schließlich ganz.

Die zweite Kerze flackerte und sagte: " Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr dass ich brenne." Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus.

Leise und traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort.

"Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich an die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderern, die sie lieb haben sollen." Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: " Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus ssein!!"

Und fast fing es an zu weinen.

Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte:"Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderern Kerzen wieder anzünden.Ich heiße Hoffnung".

Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.

 

 


Spendenübergabe bei Familie Brandt in Scholen

Mitte September wurden Elke und ich zum Frühstück von Silke Hötker und Anke Sudmann- Brandt nach Scholen eingeladen.

Grund für diese Einladung war eine Spendenübergabe als Dankeschön für die Begleitung ihres verstorbenen Vaters und Schwiegervaters .

Neben dem leckeren Frühstück hatten wir einiges zu erzählen, denn sowohl Anke als auch Silke waren sich einig,dass die Begleitung durch unseren Ehrenamtlichen Florian Krauss für alle eine grosse Bereicherung war.

Florian und ihr Vater / Schwiegervater hatten noch eine gute Zeit miteinander.


Vorstellung der neuen Koordinatorin Brigitte Book

Ja, es ist soweit. Wie in unserem Jahresbericht 2019 schon angekündigt, war es geplant, dass ich ab September 2020 unsere  Koordinatorin Elke Borghorst mit 19,5 Wochenstunden unterstützen werde.

An meinem ersten Arbeitstag haben mich unsere ehemalige, langjährige Leitung und Koordinatorin Patricia von Bodecker und Elke Borghorst mit einem Überraschungsfrühstück begrüßt. Auch die Mitarbeiterinnen des Pallliativstützpunktes  , auf dessen Flur unser Büro liegt, haben mich herzlich mit einem Blumenstrauß willkommen geheißen. Darüber habe ich mich sehr gefreut und sage Danke.

Nun zu meiner Person:  Ich bin fünfzig jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder im jungen Erwachsenenalter. Nach meiner Tätigkeit als Sparkassenfachwirtin und anschließender Zeit als Hausfrau und Mutter habe ich nach Studium in Vechta den Bachelor der sozialen Arbeit erworben.Zudem blicke ich auf eine sehr bereichernde mehrjährige Berufstätigkeit in einem Wohnheim für Jugendliche zurück.

Da ich zu meinem Alltag etwas für mich sinnvolles beitragen wollte, bin ich seit 2012 als ehrenamtliche Begleiterin beim ambulanten Hospizdienst aktiv geworden. Neben einzelnen Begleitungen habe ich mich zur Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit mit unserem Ehrenamtlichen Dieter Stamme für den "Letzte Hilfe" Kurs ausbilden lassen. Einige Vortragsveranstaltungen konnten wir schon ausführen oder sie wurden mit Dieter und unserer Ehrenamtlichen Sabine Rasper gemeinsam gehalten. Die zur Besetzung meiner Stelle als Koordinatorin benötigten Fortbildungen , wie den Palliativ Care Kurs sowie das Leitungs- und das Koordinatorenseminar konnte ich glücklicherweise noch rechtzeitig in 2019 vorm Lockdown abschließen.

Nun freue ich mich zusammen mit Elke die Koordination und alle damit verbundenen Tätigkeiten von unserem Dienst zu übernehmen und bedanke mich auch bei unseren Ehrenamtlichen, die mich freudig und mit den besten Wünschen empfangen haben.

 


Herzlich willkommen und grosses " Danke schön"

Mit einem feierlichen Gottesdienst am 25.Juli in der Christuskirche in Syke fand der diesjährige Kurs zur Qualifizierung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter seinen Abschluss. Die Ehrenamtlichen sind in einem 100-stündigen Kurs auf die Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie der Unterstützung ihrer Zugehörigen vorbereitet worden. Sie schenken ihre Zeit und helfen es ihnen zu ermöglichen, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu führen.

Ein Abschied, der für Kranke, Sterbende und deren Umfeld als wertvoller und trostreicher Teil des Lebens gelingt, das sind die Anliegen der Hospizdienste.

Die Ehrenamtlichen haben sich intensiv mit den Themen Sterben, Tod und Trauer befasst. Sie haben erfahren, wie Beziehungen zu Menschen aufgebaut werden können die sich an der Schwelle des Lebens befinden, wie Angehörigen Trost gespendet werden kann.

Vie Frauen verstärken nun unseren Kreis der Ehrenamtlichen.

Katja Hedel und Valentin Wieczorek haben diesen Gottesdienst zusammen mit den Multiplikatoren Heide Wolter, Patricia von Bodecker, Diete Stamme und Ulla Klare-Gockeln vorbereitet und gestaltet.

Ulla spielte auf der Gitarre und hat gesungen, vielen Dank dafür. ( Singen für alle ist im GD leider noch icht wieder erlaubt). Amazing grace war das erste Liedstück, nur der Begleithund von Tanja hat mit eingestimmt

Die Begrüssung erfolgte durch Katja. Sie gratulierte allen und las aus dem Psalm 112 vor.

Wir bitten dich Gott, für alle Menschen, die in der Hospizarbeit tätig sind und für alle, die andere Menschen im Blick haben und nicht nur auf sich selber schauen.  -   Lass ihr Tun ein Spiegelbild des Himmels sein. Gib uns durch dein Wort und deinen Segen Kraft und Zuversicht, in deinem Namen Gutes zu wirken.

Danach folgte als biblische Lesung die Emmaus- Geschichte.

Jesus bgleitet die Jünger( unerkannt)  ,die traurig über den Tod ihres Herrn sind ein stück auf ihrem Weg. Er stellt ihnen seine Zeit zur Verfügung . Er gibt ihnen Raum, ihrer Trauer und ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Er begleitet sie ein stückweit auf ihrem Weg der Traurigkeit. Eine ganze Weile lässt er sie einfach erzählen. Lässt alles loswerden was sie bedrückt.

     - Jesus hört nur zu, ist einfach da.

Wenn Hospizbegleiter* in die Häuser zu Sterbenden gehen, machen sie nichts anderes. Sie Stellen ihre Zeit und ihre Person zur Verfügung, damit der andere in der Lage ist, ein kleines Stück weiter gehen zu können, auf der letzten Wegstrecke seines Lebens.

     - "Ich bin für dich da" - was immer du jetzt brauchst

Und das kann ganz verschieden sein.

Einer mag nur darauf gewartet haben, endlich mit jemandem über seine Ängste, seine Wut, seine Verzweiflung reden zu könne. Der Familie mag er es nicht zumuten. Die traurigen Blicke erträgt er nicht. In ihrer Nähe möchte er stark sein, obwohl kaum noch Kraft da ist. Wenn der Hospizbegleiter kommt, dann kann er schwach werden.

     - " Ich bin für  dich da"

Ein anderer wartet auf etwas Ablenkung. Tag und Nacht drehen sich seine Gedanken im Kreis. Wenn der Hosppizbegleiter kommt, kann er endlich mal über was anderes reden.

     - " Ich bin für dich da"

Und wieder eine andere möchte nicht alleine sein. Es fehlt die Kraft. Schweigen möchte sie, ab und zu mal etwas  weinen. Nur eben nicht alleine sein.

     - " Ich bin fürdich da"

 

Diese Begegnungen mit Sterbenden können unglaublich dicht werden, gerade wenn es sich um längere Begleitulngen handelt.

 

    NÄHER ALS IM STERBEN KOMMT MAN EINEM ANDEREN MENSCHEN NICHT

Je mehr man sich selber gewahr ist,was einen trägt im Leben, umso besser kann man diesen Satz  -" Ich bin für dich da" - zu anderen sagen.

 

Am Ende des Gottesdienstes wurden alle gesegnet.

               - GOTT SOLL EUCH SEGNEN UND IHR SOLLT EIN SEGEN SEIN-

Für die "Neuen" gab es kleine Geschenke, Blumen und die Urkunde.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Katja und Valentin für die Gestaltung des Gottesdienstes, ebenso bei Ulla für die schönen Lileder.


wie hat sich das leben seit anfang märz 2020 für uns verändert?

Wir haben wohl nicht damit gerechnet, dass die Pandemie unser persönliches und gesellschaftliches Leben so einschränkend beeinflusst - weltweit. Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Corona- Virus können wir Anfragen für eine ambulante Hospizbegleitung momentan nicht zuverlässig vermitteln. Wir versuchen jedoch unser Möglichstes und nehmen nach wie vor alle Anfragen entgegen, wir stehen für Gespräche am Telefon jederzeit zur Verfügung. Wir bieten Hilfe für Menschen die mit Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind. Wegen Corona ist der persönliche Kontakt zu unseren Begleitungen, die in den Pflegeheimen leben, komplett abgebrochen - das ist auch für uns schwer auszuhalten.

Wir können den Kontakt nur telefonisch aufrecht erhalten (wenn möglich) , die Besuche fallen weg. Anfragen zu akuten Sterbebegleitungen versuchen wir nachzukommen, selbstverständlich unter Einhaltung aller hygienischen Maßnahmen.

 

Melden Sie sich gerne bei uns.


AMBULANTE KINDERBEGLEITUNGEN

Die meisten Familien, in denen ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener lebensverkürzt erkrankt ist, wünschen sich, dass ihr Kind zu Hause bleiben kann. In dieser belastenden Zeit braucht es Menschen, die offen sind, zuhören, mitgehen und aushalten. Unsere qualifizierten ehrenamtlichen Kinderbegleiterinnen gehen in die Familien. Sie sind für das erkrankte Kind, die Geschwister und die Eltern da. Sie schenken den Familien Zeit und unterstützen sie. Die Coronakrise hat es notwendig gemacht, dass sich unsere Ehrenamtlichen aus der persönlichen Begleitung zurückziehen mussten, auch Angebote für Geschwisterkinder können nicht stattfinden. Das ist für die Familien genauso schwer wie für unsere Ehrenamtlichen. Leider ist es uns zur Zeit auch nicht möglich, neue Begleitungen anzunehmen, da wir nicht in die Familien können. Wir alle können Überträger des Coronaviruns sein, auch wenn wir keine Symptome haben. Grundsätzlich besteht für die Kinder / Jugendlichen die wir begleiten ein höheres Risiko zu erkranken, da ihr Immunsystem aufgrund der zugrundeliegenden Erkrankung geschwächt ist. Wir stehen aber in ständigem Kontakt mit dem ambulanten Kinderhospizdienst Löwenherz, der uns die Begleitungen vermittelt hat. Kontaktieren Sie uns trotzdem gerne


WENN ETWAS NICHT MEHR MÖGLICH IST, VERÄNDERE ES, dass es anders möglich ist.

Das Virus macht auch an unserer Tür nicht halt.

 

Unsere Angebote wie das Trauercafe und der Trauertreff für Männer sowie unsere Ehrenamtsabende mussten wir alle schweren Herzens absagen. Wir sind alle in dieser noch nie dagewesenen Situation auf uns zurückgestellt. Umso mehr trifft es Menschen, die z.B. mit einer schweren Erkrankung leben oder in einer Trauersituation sind. Dies bringt uns alle in Grenzsituationen. Wir wissen nicht, wie lange diese Einschränkungen noch gelten. Doch wir wissen, dass wir weiterhin für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, da sein werden, vielleicht anders als bisher. Sprechen oder rufen Sie uns trotzdem gern an, wir sind offen für Ihre Sorgen, Befürchtungen und Nöte - zögern Sie nicht!


begleitung - UND DANN KAM COVID-19

Meine Begleitung bei Herrn X. begann Anfang Oktober 2019.

Unsere Koordinatorin hatte mich gefragt, ob ich Zeit hätte, einen jungen Mann von 49 Jahren im Pflegeheim zu begleiten. Er hatte Krebs im Endstadium, wurde bereits im Pflegeheim zusätzlich palliativ versorgt und er hatte sein „OK“ für eine hospizliche Begleitung gegeben.

Am nächsten Tag meldete ich mich bei Herrn X. an. Vor dem 1. Besuch ging mir vieles durch den Kopf, ein Mensch in dem Alter im Pflegeheim, und unter anderem - wie es ihm wohl geht und wie wir wohl mit einander klarkommen??

Dann war es soweit, ich stellte mich Herrn X. vor und fragte ihn, ob es ihm auch recht sei, von mir Besuch zu bekommen? Herr X. war sehr klar in den Dingen die er wollte, das machte es mir leicht. Er wollte gern 1 x die Woche von 11 – 12 Uhr Besuch bekommen. Nachmittags bekam er oft von seinen Schwestern oder Freunden Besuch. Sein Bruder kam jeden Abend nach der Arbeit, das war ihm sehr wichtig. Auch das seine Schwestern ihn regelmäßig besuchten und die Familie jetzt so gut zusammenhielt, war für ihn eine große Unterstützung. Er erzählte mir von seinem Krankheitsverlauf, die Krebsdiagnose hatte er damals im März 2018 bekommen. Daraufhin wurde er in einer Fachklinik behandelt und anfangs lief auch alles gut. Dann gabs einen Rückfall und es ging ihm zunehmend schlechter. Da ihm das Laufen immer schwerer fiel, war er auch mehr und mehr auf Hilfe angewiesen. Im Juli 2019 entschied er sich ins Pflegeheim zu gehen, er konnte keine Treppen mehr steigen, und in der Landwirtschaft, konnte er auch schon länger nicht mehr arbeiten.

Bei meinem 1. Besuch sagte Herr X., wir sollten uns man duzen, er würde alle Menschen duzen und fände das am unkompliziertesten. Ende Oktober hatte er seinen 50.Geburtstag und nicht damit gerechnet, dass er den noch erlebt – X. war fast verwundert, dass er es bis dahin geschafft hatte. Dann kam Weihnachten, Silvester und Neujahr, der runde Geburtstag von seiner Mutter.

Mit Hilfe in den Rollstuhl und mal eine kleine Runde spazieren fahren, traute er sich nicht mehr zu. Die kleinste Anstrengung, der geringste Stress, verursachte schon Luftnot bei ihm. Lesen strengte an, die Augen waren zu trocken, selbst das Essen fiel ihm schwer, vor allem wenn es zu trocken, oder krümelig war. Das bewunderte ich an ihm, trotz der Beschwerden und seiner Situation, war er sehr bescheiden und direkt zufrieden, er fühlte sich gut versorgt und „meckerte“ nicht rum. Wenn es ihm schlecht ging, sagte er es. Ab und an bekam er auch mal nachts Besuch, erzählte er mir mit einem Augenzwinkern. Die demente Dame von nebenan, ging durch sein Zimmer und setzte sich auch mal in seinen Sessel. Aber selbst das regte ihn nicht sonderlich auf. Die Luftnot und andere körperliche Beschwerden piesackten ihn immer mehr und er bekam palliativ eine Schmerzpumpe zur Entlastung. Die half ihm sehr, aber er fühlte sich auch matter und schlief viel. Ende Februar, Anfang März 2020 rückte die Corona Pandemie immer näher und Mitte März war es dann soweit: ich wollte es erst nicht wahrhaben, alle Pflegeheime wurden für Besucher, Angehörige und Begleiter geschlossen! Die Gefahr, den COVID – 19 Virus zu den Menschen ins Pflegeheim einzuschleppen, war einfach zu groß und lebensbedrohlich. Das war ein Schlag, wir verabschiedeten uns am Telefon und wussten, das ist das letzte Mal, dass wir mit einander sprechen. Da X. immer schwächer wurde, sah ich von weiteren Telefonaten ab.

Ende März hatte er es geschafft. Es war eine Beruhigung für mich zu wissen, dass die engsten Angehörigen, vor allem sein Bruder, unter strengsten Schutzmaßnahmen noch zu ihm durften.


Trotz Corona für sterbende da

Die Hospizdienste im Landkreis Diepholz begleiten und unterstützen schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige auch jetzt. Auch nach den aktuellen Lockerungen gelten auf Grund der Corona- Pandemie noch immer stark einschränkende Kontakt- und Besuchsregeln. Das trifft auch die Hospizdienste.

 Silke Meier-_Sudmann , Koordinatorin des Malteser Hospizdienstes Twistringen : " Dennoch sind wir für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen da. In den letzten Wochen war das nicht immer im direkten Kontakt möglich und wir haben auf E-Mails, Video - Telefonie und die gute alte Postkarte zurückgegriffen."

Ganz grundsätzlich sind seit Ausbruch der Corona- Pandemie die Anfragen nach hospizlicher Begleitung und Unterstützung aber sehr zurückgegangen. "Das bereitet uns Sorge", so Silke Meier - Sudmann.

" Denn schwerstkranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten ,dafür sind wir von den Hospizdiensten im Landkreis Diepholz seit vielen Jahren ( manche bereits seit 25 Jahren) da."

Die aktuelle Situation stehe im Gegensatz zur Grundüberzeugung der Hospizbewegung, nämlich dass niemand alleine sterben muss, sondern begleitet von Mitmenschen.

 " Und auch unsere Ehrenamtlichen wünschen sich, die Betroffenen wieder direkt begleiten zu können, sei es im eigenen Zuhause, aber auch im Krankenhaus und im Pflegeheim", so Elke Borghorst (Hospizdienst Sulingen).

Voraussetzung hierfür ist, dass im Pflegeheim und im Krankenhaus die für eine Lockerung der Kontaktbeschränkung notwendigen und damit einer Vereinsamung und Isolation der Betroffenen vorbeugenden Hygienekonzepte vorgelegt und umgesetzt werden.

 

Wir von den Hospizdiensten im Landkreis Diepholz treffen uns zweimal jährlich zum Regionaltreffen um über aktuelle Themen in der Hospizarbeit zu sprechen. Wir sind in engem Kontakt um ein gutes vernetztes Arbeiten und Denken zu verbessern und zu festigen.

 

Wir gestalten gemeinsam Hospizbegleiter -Oualifizierungskurse  und es gibt viele verschiedene Angebote im Bereich der Trauerarbeit 

( Trauercafe, Trauergruppen, Einzelbegleitung). Mit dieser Arbeit möchten wir, sobald es weitere Lockerungen gibt oder die Corona_Krise bewältigt ist, fortfahren.

Vieles ist aber nur möglich durch die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung, denn für unsere Arbeit sind wir auf Spenden angewiesen.

Wenn Sie uns unterstützen möchten, Unterstützung benötigen oder Fragen zu unserem Dienst haben, dann melden Sie sich beim Hospizdienst bei Ihnen vor Ort. 

Wir sind gerne für Sie da.

Hospizdienst Sulingen: 04271 9554500

 

Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Unterstützern und Ehrenamtlichen bedanken, die mit uns gemeinsam in diesen schwierigen Zeiten neue Wege gehen.


Deklaration der Menschenrechte Sterbender

- Ich habe das Recht, bis zu meinem Tode wie ein lebendiges menschliches Wesen behandelt zu werden

- Ich habe das Recht, stets noch hoffen zu " dürfen"- worauf immer sich diese Hoffnung auch richten mag

- Ich habe das Recht darauf, von Menschen umsorgt zu werden, die sich eine hoffnungsvolle Einstellung zu bewahren vermögen-

  worauf immer sich diese Hoffnung auch richten mag

 

- Ich habe das Recht, Gefühle und Emotionen anläßlich meines nahenden Todes auf die mir eigene Art und Weise auszudrücken

- Ich habe das Recht  ,kontinuierlich medizinisch und pflegerisch  versorgt zu werden, auch wenn das Ziel Heilung gegen das Ziel

  Wohlbefinden ausgetauscht werden muss

- Ich habe das Recht, nicht alleine zu sterben

- Ich habe das Recht schmerzfrei zu sterben

- Ich habe das Recht meine Fragen ehrlich beantwortet zu bekommen

- Ich habe das Recht, nicht getäuscht zu werden

- Ich habe das Recht, von meiner Familie und für meine Familie Hilfen zu bekommen, damit ich meinen Tod annehmen kann

- Ich habe das Recht, in Frieden und Würde zu sterben

- Ich habe das Recht, meine Individualität zu bewahren und meiner Entscheidungen wegen auch dann nicht verurteilt zu werden, wenn

  diese in Widerspruch zu den Einstellungen anderer stehen

- Ich habe das Recht, offen und ausführlich über meine religiösen oder spirituellen Erfahrungen zu sprechen, unabhängig davon,

  was dies für andere bedeutet

- Ich habe das Recht zu erwarten, daß die Unverletztlichkeit des menschlichen Körpers nach dem Tode respektiert wird.

- Ich habe das Recht, von fürsorglichen, empfindsamen und klugen Menschen umsorgt zu werden, die sich bemühen, meine

  Bedürfnisse zu verstehen und die fähig sind, , daß sie mir helfen meinem Tode entgegenzusehen.