Herzlich willkommen und grosses " Danke schön"

Mit einem feierlichen Gottesdienst am 25.Juli in der Christuskirche in Syke fand der diesjährige Kurs zur Qualifizierung zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter seinen Abschluss. Die Ehrenamtlichen sind in einem 100-stündigen Kurs auf die Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen sowie der Unterstützung ihrer Zugehörigen vorbereitet worden. Sie schenken ihre Zeit und helfen es ihnen zu ermöglichen, ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zuletzt zu führen.

Ein Abschied, der für Kranke, Sterbende und deren Umfeld als wertvoller und trostreicher Teil des Lebens gelingt, das sind die Anliegen der Hospizdienste.

Die Ehrenamtlichen haben sich intensiv mit den Themen Sterben, Tod und Trauer befasst. Sie haben erfahren, wie Beziehungen zu Menschen aufgebaut werden können die sich an der Schwelle des Lebens befinden, wie Angehörigen Trost gespendet werden kann.

Vie Frauen verstärken nun unseren Kreis der Ehrenamtlichen.

Katja Hedel und Valentin Wieczorek haben diesen Gottesdienst zusammen mit den Multiplikatoren Heide Wolter, Patricia von Bodecker, Diete Stamme und Ulla Klare-Gockeln vorbereitet und gestaltet.

Ulla spielte auf der Gitarre und hat gesungen, vielen Dank dafür. ( Singen für alle ist im GD leider noch icht wieder erlaubt). Amazing grace war das erste Liedstück, nur der Begleithund von Tanja hat mit eingestimmt

Die Begrüssung erfolgte durch Katja. Sie gratulierte allen und las aus dem Psalm 112 vor.

Wir bitten dich Gott, für alle Menschen, die in der Hospizarbeit tätig sind und für alle, die andere Menschen im Blick haben und nicht nur auf sich selber schauen.  -   Lass ihr Tun ein Spiegelbild des Himmels sein. Gib uns durch dein Wort und deinen Segen Kraft und Zuversicht, in deinem Namen Gutes zu wirken.

Danach folgte als biblische Lesung die Emmaus- Geschichte.

Jesus bgleitet die Jünger( unerkannt)  ,die traurig über den Tod ihres Herrn sind ein stück auf ihrem Weg. Er stellt ihnen seine Zeit zur Verfügung . Er gibt ihnen Raum, ihrer Trauer und ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Er begleitet sie ein stückweit auf ihrem Weg der Traurigkeit. Eine ganze Weile lässt er sie einfach erzählen. Lässt alles loswerden was sie bedrückt.

     - Jesus hört nur zu, ist einfach da.

Wenn Hospizbegleiter* in die Häuser zu Sterbenden gehen, machen sie nichts anderes. Sie Stellen ihre Zeit und ihre Person zur Verfügung, damit der andere in der Lage ist, ein kleines Stück weiter gehen zu können, auf der letzten Wegstrecke seines Lebens.

     - "Ich bin für dich da" - was immer du jetzt brauchst

Und das kann ganz verschieden sein.

Einer mag nur darauf gewartet haben, endlich mit jemandem über seine Ängste, seine Wut, seine Verzweiflung reden zu könne. Der Familie mag er es nicht zumuten. Die traurigen Blicke erträgt er nicht. In ihrer Nähe möchte er stark sein, obwohl kaum noch Kraft da ist. Wenn der Hospizbegleiter kommt, dann kann er schwach werden.

     - " Ich bin für  dich da"

Ein anderer wartet auf etwas Ablenkung. Tag und Nacht drehen sich seine Gedanken im Kreis. Wenn der Hosppizbegleiter kommt, kann er endlich mal über was anderes reden.

     - " Ich bin für dich da"

Und wieder eine andere möchte nicht alleine sein. Es fehlt die Kraft. Schweigen möchte sie, ab und zu mal etwas  weinen. Nur eben nicht alleine sein.

     - " Ich bin fürdich da"

 

Diese Begegnungen mit Sterbenden können unglaublich dicht werden, gerade wenn es sich um längere Begleitulngen handelt.

 

    NÄHER ALS IM STERBEN KOMMT MAN EINEM ANDEREN MENSCHEN NICHT

Je mehr man sich selber gewahr ist,was einen trägt im Leben, umso besser kann man diesen Satz  -" Ich bin für dich da" - zu anderen sagen.

 

Am Ende des Gottesdienstes wurden alle gesegnet.

               - GOTT SOLL EUCH SEGNEN UND IHR SOLLT EIN SEGEN SEIN-

Für die "Neuen" gab es kleine Geschenke, Blumen und die Urkunde.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Katja und Valentin für die Gestaltung des Gottesdienstes, ebenso bei Ulla für die schönen Lileder.

wie hat sich das leben seit anfang märz 2020 für uns verändert?

Wir haben wohl nicht damit gerechnet, dass die Pandemie unser persönliches und gesellschaftliches Leben so einschränkend beeinflusst - weltweit. Aufgrund der aktuellen Gefährdungssituation durch das Corona- Virus können wir Anfragen für eine ambulante Hospizbegleitung momentan nicht zuverlässig vermitteln. Wir versuchen jedoch unser Möglichstes und nehmen nach wie vor alle Anfragen entgegen, wir stehen für Gespräche am Telefon jederzeit zur Verfügung. Wir bieten Hilfe für Menschen die mit Sterben, Tod und Trauer konfrontiert sind. Wegen Corona ist der persönliche Kontakt zu unseren Begleitungen, die in den Pflegeheimen leben, komplett abgebrochen - das ist auch für uns schwer auszuhalten.

Wir können den Kontakt nur telefonisch aufrecht erhalten (wenn möglich) , die Besuche fallen weg. Anfragen zu akuten Sterbebegleitungen versuchen wir nachzukommen, selbstverständlich unter Einhaltung aller hygienischen Maßnahmen.

 

Melden Sie sich gerne bei uns.

AMBULANTE KINDERBEGLEITUNGEN

Die meisten Familien, in denen ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener lebensverkürzt erkrankt ist, wünschen sich, dass ihr Kind zu Hause bleiben kann. In dieser belastenden Zeit braucht es Menschen, die offen sind, zuhören, mitgehen und aushalten. Unsere qualifizierten ehrenamtlichen Kinderbegleiterinnen gehen in die Familien. Sie sind für das erkrankte Kind, die Geschwister und die Eltern da. Sie schenken den Familien Zeit und unterstützen sie. Die Coronakrise hat es notwendig gemacht, dass sich unsere Ehrenamtlichen aus der persönlichen Begleitung zurückziehen mussten, auch Angebote für Geschwisterkinder können nicht stattfinden. Das ist für die Familien genauso schwer wie für unsere Ehrenamtlichen. Leider ist es uns zur Zeit auch nicht möglich, neue Begleitungen anzunehmen, da wir nicht in die Familien können. Wir alle können Überträger des Coronaviruns sein, auch wenn wir keine Symptome haben. Grundsätzlich besteht für die Kinder / Jugendlichen die wir begleiten ein höheres Risiko zu erkranken, da ihr Immunsystem aufgrund der zugrundeliegenden Erkrankung geschwächt ist. Wir stehen aber in ständigem Kontakt mit dem ambulanten Kinderhospizdienst Löwenherz, der uns die Begleitungen vermittelt hat. Kontaktieren Sie uns trotzdem gerne

WENN ETWAS NICHT MEHR MÖGLICH IST, VERÄNDERE ES, dass es anders möglich ist.

Das Virus macht auch an unserer Tür nicht halt.

 

Unsere Angebote wie das Trauercafe und der Trauertreff für Männer sowie unsere Ehrenamtsabende mussten wir alle schweren Herzens absagen. Wir sind alle in dieser noch nie dagewesenen Situation auf uns zurückgestellt. Umso mehr trifft es Menschen, die z.B. mit einer schweren Erkrankung leben oder in einer Trauersituation sind. Dies bringt uns alle in Grenzsituationen. Wir wissen nicht, wie lange diese Einschränkungen noch gelten. Doch wir wissen, dass wir weiterhin für die Menschen, die unsere Hilfe brauchen, da sein werden, vielleicht anders als bisher. Sprechen oder rufen Sie uns trotzdem gern an, wir sind offen für Ihre Sorgen, Befürchtungen und Nöte - zögern Sie nicht!

begleitung - UND DANN KAM COVID-19

Meine Begleitung bei Herrn X. begann Anfang Oktober 2019.

Unsere Koordinatorin hatte mich gefragt, ob ich Zeit hätte, einen jungen Mann von 49 Jahren im Pflegeheim zu begleiten. Er hatte Krebs im Endstadium, wurde bereits im Pflegeheim zusätzlich palliativ versorgt und er hatte sein „OK“ für eine hospizliche Begleitung gegeben.

Am nächsten Tag meldete ich mich bei Herrn X. an. Vor dem 1. Besuch ging mir vieles durch den Kopf, ein Mensch in dem Alter im Pflegeheim, und unter anderem - wie es ihm wohl geht und wie wir wohl mit einander klarkommen??

Dann war es soweit, ich stellte mich Herrn X. vor und fragte ihn, ob es ihm auch recht sei, von mir Besuch zu bekommen? Herr X. war sehr klar in den Dingen die er wollte, das machte es mir leicht. Er wollte gern 1 x die Woche von 11 – 12 Uhr Besuch bekommen. Nachmittags bekam er oft von seinen Schwestern oder Freunden Besuch. Sein Bruder kam jeden Abend nach der Arbeit, das war ihm sehr wichtig. Auch das seine Schwestern ihn regelmäßig besuchten und die Familie jetzt so gut zusammenhielt, war für ihn eine große Unterstützung. Er erzählte mir von seinem Krankheitsverlauf, die Krebsdiagnose hatte er damals im März 2018 bekommen. Daraufhin wurde er in einer Fachklinik behandelt und anfangs lief auch alles gut. Dann gabs einen Rückfall und es ging ihm zunehmend schlechter. Da ihm das Laufen immer schwerer fiel, war er auch mehr und mehr auf Hilfe angewiesen. Im Juli 2019 entschied er sich ins Pflegeheim zu gehen, er konnte keine Treppen mehr steigen, und in der Landwirtschaft, konnte er auch schon länger nicht mehr arbeiten.

Bei meinem 1. Besuch sagte Herr X., wir sollten uns man duzen, er würde alle Menschen duzen und fände das am unkompliziertesten. Ende Oktober hatte er seinen 50.Geburtstag und nicht damit gerechnet, dass er den noch erlebt – X. war fast verwundert, dass er es bis dahin geschafft hatte. Dann kam Weihnachten, Silvester und Neujahr, der runde Geburtstag von seiner Mutter.

Mit Hilfe in den Rollstuhl und mal eine kleine Runde spazieren fahren, traute er sich nicht mehr zu. Die kleinste Anstrengung, der geringste Stress, verursachte schon Luftnot bei ihm. Lesen strengte an, die Augen waren zu trocken, selbst das Essen fiel ihm schwer, vor allem wenn es zu trocken, oder krümelig war. Das bewunderte ich an ihm, trotz der Beschwerden und seiner Situation, war er sehr bescheiden und direkt zufrieden, er fühlte sich gut versorgt und „meckerte“ nicht rum. Wenn es ihm schlecht ging, sagte er es. Ab und an bekam er auch mal nachts Besuch, erzählte er mir mit einem Augenzwinkern. Die demente Dame von nebenan, ging durch sein Zimmer und setzte sich auch mal in seinen Sessel. Aber selbst das regte ihn nicht sonderlich auf. Die Luftnot und andere körperliche Beschwerden piesackten ihn immer mehr und er bekam palliativ eine Schmerzpumpe zur Entlastung. Die half ihm sehr, aber er fühlte sich auch matter und schlief viel. Ende Februar, Anfang März 2020 rückte die Corona Pandemie immer näher und Mitte März war es dann soweit: ich wollte es erst nicht wahrhaben, alle Pflegeheime wurden für Besucher, Angehörige und Begleiter geschlossen! Die Gefahr, den COVID – 19 Virus zu den Menschen ins Pflegeheim einzuschleppen, war einfach zu groß und lebensbedrohlich. Das war ein Schlag, wir verabschiedeten uns am Telefon und wussten, das ist das letzte Mal, dass wir mit einander sprechen. Da X. immer schwächer wurde, sah ich von weiteren Telefonaten ab.

Ende März hatte er es geschafft. Es war eine Beruhigung für mich zu wissen, dass die engsten Angehörigen, vor allem sein Bruder, unter strengsten Schutzmaßnahmen noch zu ihm durften.

Trotz Corona für sterbende da

Die Hospizdienste im Landkreis Diepholz begleiten und unterstützen schwerstkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige auch jetzt. Auch nach den aktuellen Lockerungen gelten auf Grund der Corona- Pandemie noch immer stark einschränkende Kontakt- und Besuchsregeln. Das trifft auch die Hospizdienste.

 Silke Meier-_Sudmann , Koordinatorin des Malteser Hospizdienstes Twistringen : " Dennoch sind wir für schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen da. In den letzten Wochen war das nicht immer im direkten Kontakt möglich und wir haben auf E-Mails, Video - Telefonie und die gute alte Postkarte zurückgegriffen."

Ganz grundsätzlich sind seit Ausbruch der Corona- Pandemie die Anfragen nach hospizlicher Begleitung und Unterstützung aber sehr zurückgegangen. "Das bereitet uns Sorge", so Silke Meier - Sudmann.

" Denn schwerstkranken und sterbenden Menschen die letzte Zeit ihres Lebens ihren Vorstellungen entsprechend zu gestalten ,dafür sind wir von den Hospizdiensten im Landkreis Diepholz seit vielen Jahren ( manche bereits seit 25 Jahren) da."

Die aktuelle Situation stehe im Gegensatz zur Grundüberzeugung der Hospizbewegung, nämlich dass niemand alleine sterben muss, sondern begleitet von Mitmenschen.

 " Und auch unsere Ehrenamtlichen wünschen sich, die Betroffenen wieder direkt begleiten zu können, sei es im eigenen Zuhause, aber auch im Krankenhaus und im Pflegeheim", so Elke Borghorst (Hospizdienst Sulingen).

Voraussetzung hierfür ist, dass im Pflegeheim und im Krankenhaus die für eine Lockerung der Kontaktbeschränkung notwendigen und damit einer Vereinsamung und Isolation der Betroffenen vorbeugenden Hygienekonzepte vorgelegt und umgesetzt werden.

 

Wir von den Hospizdiensten im Landkreis Diepholz treffen uns zweimal jährlich zum Regionaltreffen um über aktuelle Themen in der Hospizarbeit zu sprechen. Wir sind in engem Kontakt um ein gutes vernetztes Arbeiten und Denken zu verbessern und zu festigen.

 

Wir gestalten gemeinsam Hospizbegleiter -Oualifizierungskurse  und es gibt viele verschiedene Angebote im Bereich der Trauerarbeit 

( Trauercafe, Trauergruppen, Einzelbegleitung). Mit dieser Arbeit möchten wir, sobald es weitere Lockerungen gibt oder die Corona_Krise bewältigt ist, fortfahren.

Vieles ist aber nur möglich durch die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung, denn für unsere Arbeit sind wir auf Spenden angewiesen.

Wenn Sie uns unterstützen möchten, Unterstützung benötigen oder Fragen zu unserem Dienst haben, dann melden Sie sich beim Hospizdienst bei Ihnen vor Ort. 

Wir sind gerne für Sie da.

Hospizdienst Sulingen: 04271 9554500

 

Gleichzeitig möchte ich mich bei allen Unterstützern und Ehrenamtlichen bedanken, die mit uns gemeinsam in diesen schwierigen Zeiten neue Wege gehen.


Deklaration der Menschenrechte Sterbender

- Ich habe das Recht, bis zu meinem Tode wie ein lebendiges menschliches Wesen behandelt zu werden

- Ich habe das Recht, stets noch hoffen zu " dürfen"- worauf immer sich diese Hoffnung auch richten mag

- Ich habe das Recht darauf, von Menschen umsorgt zu werden, die sich eine hoffnungsvolle Einstellung zu bewahren vermögen-

  worauf immer sich diese Hoffnung auch richten mag

 

- Ich habe das Recht, Gefühle und Emotionen anläßlich meines nahenden Todes auf die mir eigene Art und Weise auszudrücken

- Ich habe das Recht  ,kontinuierlich medizinisch und pflegerisch  versorgt zu werden, auch wenn das Ziel Heilung gegen das Ziel

  Wohlbefinden ausgetauscht werden muss

- Ich habe das Recht, nicht alleine zu sterben

- Ich habe das Recht schmerzfrei zu sterben

- Ich habe das Recht meine Fragen ehrlich beantwortet zu bekommen

- Ich habe das Recht, nicht getäuscht zu werden

- Ich habe das Recht, von meiner Familie und für meine Familie Hilfen zu bekommen, damit ich meinen Tod annehmen kann

- Ich habe das Recht, in Frieden und Würde zu sterben

- Ich habe das Recht, meine Individualität zu bewahren und meiner Entscheidungen wegen auch dann nicht verurteilt zu werden, wenn

  diese in Widerspruch zu den Einstellungen anderer stehen

- Ich habe das Recht, offen und ausführlich über meine religiösen oder spirituellen Erfahrungen zu sprechen, unabhängig davon,

  was dies für andere bedeutet

- Ich habe das Recht zu erwarten, daß die Unverletztlichkeit des menschlichen Körpers nach dem Tode respektiert wird.

- Ich habe das Recht, von fürsorglichen, empfindsamen und klugen Menschen umsorgt zu werden, die sich bemühen, meine

  Bedürfnisse zu verstehen und die fähig sind, , daß sie mir helfen meinem Tode entgegenzusehen.